Tradeorado

Baustelle Strategie: Der Anfang, nicht die Antwort

Symbolbild: Licht am Ende eines Weges als Sinnbild fuer die Low-Risk-Entry-Strategie

Der Low Risk Entry ist keine neue Idee für mich. Er ist das Ergebnis von 25 Jahren, in denen ich mir mühsam einen Weg zurück zur Einfachheit erarbeitet habe. Aber eine Erkenntnis zu haben und eine Strategie zu besitzen, sind zwei völlig verschiedene Dinge – und genau dieser Unterschied ist der Grund, warum diese Rubrik existiert.

Was mir fehlt, ist nicht Wissen

Ich habe in den letzten Jahren nicht zu wenig gelesen, nicht zu wenig gehandelt, nicht zu wenig ausprobiert. Das Problem war nie mangelndes Material. Das Problem war, dass sich aus all diesem Material nie ein Regelwerk ergeben hat, das so eindeutig ist, dass zwei unabhängige Beobachter am selben Chart zum selben Schluss kommen würden. Genau das ist die Lücke, die ich jetzt schließen will – nicht durch noch ein Buch, sondern durch einen strukturierten, dokumentierten Entwicklungsprozess.

Warum ich das nicht einfach für mich alleine mache

Ich könnte diesen Prozess auch komplett privat durchziehen. Ich mache es bewusst nicht, aus drei Gründen. Erstens erzwingt öffentliches Schreiben eine Präzision, die private Notizen nie erreichen – wenn ich weiß, dass jemand anderes mitliest, kann ich mir Unschärfe nicht mehr erlauben. Zweitens will ich zeigen, dass sich auch ein Bereich wie Trading, der traditionell stark von Bauchgefühl und Erfahrung lebt, mit klarer Methodik bearbeiten lässt – ähnlich wie ich es beruflich als Organisationsberater in ganz anderen Kontexten tue. Drittens interessiert mich gerade sehr, wie man mit KI-gestützten Methoden – konkret Spec-Driven Development, ein Ansatz, der aktuell in der Softwareentwicklung diskutiert wird – auch außerhalb der Softwarewelt arbeiten kann.

Warum das ohne KI so nicht möglich wäre

Trading ist bei mir Nebentätigkeit, nicht Hauptberuf. Die Zeit, die mir daneben bleibt, ist begrenzt – und genau das war über Jahre der eigentliche Flaschenhals, nicht fehlendes Wissen. Ein Regelwerk auf diesem Durchdringungsniveau zu entwickeln – jede Annahme zu hinterfragen, jede Regel auf Lücken und Widersprüche zu prüfen, Gedanken systematisch zu dokumentieren statt sie nur im Kopf zu behalten – hätte früher bedeutet, entweder meinen Job aufzugeben oder das Projekt nie in dieser Tiefe anzugehen.

Mit KI ist das anders. Ich nutze sie nicht, um mir das Denken abzunehmen, sondern um in der begrenzten Zeit, die ich habe, tiefer zu kommen als es mir alleine möglich wäre: Gedanken schneller zu strukturieren, Lücken in meiner eigenen Logik aufzudecken, Ideen aus 25 Jahren Erfahrung in eine Form zu bringen, die sich tatsächlich testen lässt. Ohne dieses Werkzeug würde dieses Projekt entweder oberflächlich bleiben oder gar nicht existieren. Mit KI wird aus einer Nebentätigkeit ein Projekt, das ich mit der gleichen Sorgfalt betreiben kann wie meine hauptberufliche Arbeit als Organisationsberater.

Wie diese Rubrik funktioniert

Es wird keine feste Taktung geben und keine perfekt polierten Beiträge. Manche Einträge werden kurze Zwischenstände sein, andere ausführlichere Reflexionen über eine einzelne Regel oder ein einzelnes Problem. Was alle Beiträge verbindet: Sie zeigen einen Prozess in Arbeit, nicht ein fertiges Ergebnis. Wer eine fertige Strategie zum Nachhandeln sucht, wird hier enttäuscht – wer sehen will, wie man methodisch von Erfahrung zu Regelwerk kommt, findet hier den ganzen Weg, inklusive der Umwege.

Den Ausgangspunkt dieser Reihe – meine 25 Jahre und die Erkenntnis, die mich zum Low Risk Entry gebracht hat – habe ich zuvor auf LinkedIn beschrieben. Wer dort einsteigen will, findet den Text hier.

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